Jubiläumsjahr 2019

Die Welt feiert Humboldt

Vor 250 Jahren wurde Alexander von Humboldt geboren – ein Anlass, dem Weltenbummler und Forscher die Ehre zu erweisen. Bei den zahlreichen Jubiläumsaktionen liegt der Fokus auf Deutschland, doch auch in den von Humboldt bereisten Ländern Südamerikas laufen die Planungen auf Hochtouren. Zum Beispiel in Peru.

Ob Alexander von Humboldt-Stiftung, Humboldt-Forum oder Deutsches Historisches Museum – insgesamt 13 Institutionen haben sich zusammengetan, um in Berlin gemeinsam das Humboldt-Jahr 2019 zu begehen. Wer einen Blick in den Veranstaltungskalender wirft, den die „Humboldt-Partner“ gemeinsam veröffentlichen, stößt auf ein umfangreiches und vielfältiges Programm. So findet zum Beispiel am 17. Januar der Neujahrsempfang der Alexander von Humboldt-Stiftung statt und am 28. März wird Humboldt-Expertin Andrea Wulf ihr neues Buch („Die Abenteuer des Alexander von Humboldt“) vorstellen. Im April eröffnen dann Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Klimaforscher Paulo Artaxo eine Lesungsreihe der Humboldt-Universität zu Berlin. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel darf nicht fehlen. Sie wird am 26. Juni eine Festrede zum Jubiläumsjahr halten. Schnell wird klar: Von der wissenschaftlichen Tagung über Ausstellungen bis zum hochkarätigen Empfang ist jede Menge geplant – eine Vielfalt, die auch nötig ist, um dem Leben und Wirken Humboldts auch nur annähernd gerecht zu werden.

Humboldt-Musical in Lima

Doch das Festprogramm zum 250. Geburtstag Alexander von Humboldts beschränkt sich längst nicht nur auf Deutschland. Gerade in Ländern, die der weit gereiste Globetrotter einst selbst besucht hat, sind im Humboldtjahr zahlreiche Aktionen geplant – wie etwa in Peru, wo Alexander von Humboldt im Jahr 1802 einige Monate verbrachte.

Dort arbeitet ein elfköpfiges Team der Peruanisch-Deutschen Schule Lima „Alexander von Humboldt“ schon seit 2017 an ihrer „Humboldt-Woche“ im Herbst dieses Jahres. Geplant ist unter anderem ein Humboldt-Campus, bei dem interessierte Besucher mit Humboldt-Experten in den Dialog treten können. Dazu kommen Projekttage, bei denen beispielsweise Schüler aus Lima und Sao Paulo eine Simulation von Humboldts Reisen präsentieren. Ein Humboldt-Musical, für das ein schulweites Casting durchgeführt wurde, rundet die Humboldt-Woche in Lima ab. 

Eine ganze Stadt im Fieber

„Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern sowie unseren Gästen aus Südamerika, Deutschland und der ganzen Welt gemeinsam auf das Leben und Wirken Alexander von Humboldts zu blicken und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen: Was hat Alexander von Humboldt uns mit Blick auf die vielfältigen aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, der Globalisierung oder Migration heute noch zu sagen?“, sagt Schulleiter Eberhard Heinzel, der bei der Humboldt-Woche gemeinsam mit seinem Lehrerkollegen Markus Krümpel als Projektleiter fungiert. Der Plan der beiden ist außerdem, noch weitere Schulen der Region einzubinden, die mit Deutschland ansonsten keine Berührungspunkte haben. Ziel sei es, ein wahres „Humboldt-Fieber“ auszulösen – wie Markus Krümpel schmunzelnd bekräftigt: „Die Schule bereitet sich darauf vor, ihr Umfeld durch kräftige Dosierungen soweit zu impfen, dass ein Fieber ausbricht, das hoffentlich einer Epidemie gleicht. Es sei angemerkt, dass alle an der Vorbereitung Beteiligten bereits infiziert sind.“

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