Veranstaltungstipp

Ausstellung: Reisebetrachtungen aus Brasilien

Mit seinen spektakulären Reisen war Alexander von Humboldt einst Vorbild für einige weitere Expeditionen. In Berlin widmet sich jetzt eine neue Ausstellung der Forschungsreise der beiden Wissenschaftler Spix und Martius.

Eigentlich war die Idee von Anfang an etwas gewagt, ausgerechnet den Zoologen Johann Baptist Spix sowie den Botaniker Carl Friedrich Philipp von Martius auf große Reise zu schicken. Schließlich verfügte keiner der beiden Forscher über Erfahrungen mit Expeditionen außerhalb Europas. Und doch starteten die beiden Bayern am 10. April 1817 vom italienischen Triest aus Richtung Brasilien.

Bezahlt wurde die Reise von Kaiser Franz I. von Österreich, der die „Austria“ anlässlich der Vermählung seiner Tochter Leopoldine mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro auf hohe See schickte. Zuvor war das portugiesische Königshaus nach Rio de Janeiro emigriert. Höchste Zeit also für eine Stippvisite.

Relevanz bis heute

Nach ziemlich genau drei Monaten erreichte die Reisegesellschaft Rio – von wo aus Spix und Martius aufbrachen und über drei Jahre hinweg tausende Kilometer zurücklegten. Dabei erforschten sie insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt im Amazonasgebiet. Mit nach Hause brachten die beiden Wissenschaftler umfangreiches Sammlungsmaterial wie etwa 350 Vögel oder 6.500 Pflanzen. Viele Exponate werden bis heute ausgestellt. Dazu entstanden zahlreiche Studien und Aufzeichnungen, darunter Beschreibungen von Schildkröten, Amphibien, Affen, Vögeln und Palmen. Für letztere interessierte sich vor allem der Botaniker Martius.

Wie relevant die Forschungsergebnisse von damals bis heute sind, zeigt die Ausstellung „Spix und Martius: Reisebetrachtungen aus Brasilien“. Zu sehen vom 6. Februar bis zum 9. März 2019 am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin.


Die Ausstellung wird auf Portugiesisch mit einem Begleitheft auf Deutsch zu sehen sein.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

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